Archiv | Februar, 2012

Samstags, wenn Markt ist…

27 Feb

… dann zieht’s alle Welt auf den Winterfeldt-Platz. Jung und Alt drängen sich an Obst-, Gemüse- und Feinkosthändlern vorbei – nicht ohne das eine oder andere angebotene Häppchen zu probieren. Sie verweilen an Ständen, die Handgestricktes und Holzspielzeug verkaufen und genießen anschließend ihr Schlemmerpäuschen mit Lammbratwurst, Tiramisu oder Flammkuchen.

Über den Winterfeldt-Markt schlendern macht Spaß – und hat mich zum schnuckligsten Schokoladenstand der Stadt geführt. Pralinen mit Würze nennen die netten Verkäufer selbstgefertigter Köstlichkeiten ihre Kreationen. Die sind alles andere als 08/15:  Matcha-Tee, Lavendel, Rose und mehr werden mit besten Tröpfchen zu kleinen Geschmacksfeuerwerken verfeinert, die auf der Zunge zergehen.

Da sind sie, unter der Haube...

Die schokoladigen Seelenschmeichler sind  einzeln oder in der Pralinenstange erhältlich. Die lässt sich prima verschenken, sollte jedoch nicht auf Vorrat gekauft werden. Denn bei den Pralinen mit Würze handelt es sich um Frischpralinen, die am leckersten beim Verzehr vor Ort schmecken. Süßmäuler, die auch an Werktagen die reichhaltigen Pralinen genießen möchten, finden die abgepackten Pralinenstangen  in einer nahegelegenen Buchhandlung zum Verkauf. Deren Name ist mir leider entfallen. Die netten Verkäufer auf dem Wintefeldt-Markt helfen euch aber garantiert gern auf die Sprünge.

Dick machen die Pralinen übrigens nicht. Wer 2 Euro pro Stück bezahlt, kommt überhaupt nicht erst auf die Idee, zu hamstern. 😉

Adresse:

Winterfeldt Markt, Winterfeldt-Platz, 10781 Berlin, geöffnet mi von 8-14 Uhr und Sa 8-16 Uhr.

Mit der M8 nach Vietnam

26 Feb

In Lichtenberg und Marzahn wohnen bekanntlich viele Asiaten. Kein Wunder also, dass sich dort auch ein riesiger, vietnamesischer Großmarkt befindet. Das Dong Xuan Center.

Im Dong Xuan Center taucht man ein in eine andere Welt. Ein Schnäppchenparadies aus Hühnerfüßen, Plastik und modellierten Nägeln. Denn neben Kleidung, Klumpasch und Lebensmitteln bieten auch Friseure, Nagelstudios und Fahrschulen ihre Dienste an. Anzutreffen sind größtenteils Asiaten, aber auch für die Marzahner Großfamilie oder das studentische Paar lohnt sich ein Ausflug. Denn die Produke sind unschlagbar günstig, sofern man sich aufs Handeln versteht. Und wenn schon keine High Qualtity Marken, dann findet man doch immerhin sehr originelle Sücke.

Wer’s gern trashig und glitzernd mag, der wird im vietnamesischen Großmarkt  fündig. Die winkende Glückskatze gibt es in zahllosen Größen und Farben, ebenso Porzellan, Kimonos und Lederwaren. Reiskocher und Samoware, Frischfisch und exotische Obstgiganten sind außerdem im Angebot. Für den kleinen Hunger zwischendurch locken vietnamesische Restaurants mit Pho-Suppen, Frosch- und Hühnerbeingerichten. Die Kommunikation ist zwar schwierig und eine vegetarische Bestellung sehr nervenzehrend, schmecken tut es aber durchaus.

Innerhalb von 4 Stunden konnte ich mir 2 1/2  der insgesamt 8 Hallen ansehen. Das klingt schon nach viel, soll aber in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Denn für die Gegend ums Dong Xuan Center ist für die Zukunft ein asiatisches Zentrum für Handel, Kultur und Tourismus geplant. Asia Town nach dem New Yorker China Town Vorbild. Ein Hauch Exotik in der Lichtenberger Betonwüste. Da werden die Rechten große Augen mahen. Ich bin gespannt.

Adresse:

Dong Xuan Center, Herzbergstraße 128 – 139, 10365 Berli, geöffnet Mo 11 – 20 Uhr, Di geschlossen, Mi-So 11 – 20 Uhr.

Orientalische Alternative zum Winter

20 Feb

Der gemeine Sonntags-Brunch in Berlin: Entweder greift man dafür ganz tief in die Tasche oder man geht  Kompromisse ein. Immerhin sind die Charcuterie-Spezialitäten im Ritz-Carlton fast einen halben Tunesien-Urlaub Wert. Wem das für ein spätes Frühstück übertrieben erscheint, dem bleibt leider nur die günstige Konkurrenz. Mit 8,50 Euro 12,50 Euro ist man im Prenzlberg dabei und kann so viele Tiefkühlkroketten und dänischen Mozzarella auf den Teller laden wie man möchte. Will man aber meistens gar nicht.

Zum Glück muss man nicht überall in Berlin so oll brunchen. Im Qadmous zum Beispiel stehen Qualität und Quantität durchaus nicht im Widerspruch zueinander. Das libanesische Restaurant am Friedrichshain bietet Köstlichkeiten aus der arabischen Welt – im Sommer gern auch mit Nargileh hinterher oder einem Tässchen arabischen Sandmokkas. Das Restaurant wird daher  gern von Arabern besucht und bietet auch  spontanen Gästen ohne Reservierung immer noch ein Plätzchen an.

Den Brunch gibt es das ganze Jahr über. Er beinhaltet verschiedene Mezze (Vorspeisen), aber auch warme Gerichte sowie Desserts. Vegetarier kommen mit Tabouleh, Hummus und Baba Ganoush (eine rauchige Auberginencreme)  auf ihre Kosten. Auch in Joghurt eingelegtes Gemüse und Teigtäschchen mit Käse, Zwiebeln oder Hack werden angeboten. Die Auswahl ist riesig und nimmt auch gegen Nachmittag gar nicht ab. Beim Nachtisch kann man zwischen Ris Bil Halib (Milchreis mit Rosenwasser), Schoko-Vanille-Pudding mit Keksboden und frischem Obst wählen.

Einst war der Brunch mit 8,50 Euro phänomenal günstig. Das muss dem Besitzer wohl aufgefallen sein, denn beim letzten Besuch zahlte ich stolze 13 Euro. Was für ein Preisaufschlag! Sicherlich angemessen für die Qualität und doch hinterlässt ein so krasser Preisanstieg ein komisches Gefühl. Irgendwie schade… Aber –  Qadmous bleibt mein ungeschlagener Brunch-Favorit. Heißt, ich werde wiederkommen. Denn Käse und Wurst aus der Packung gibt’s auch Zuhause.

Adresse:

Qadmous, Am Friedrichshain 1, 10407 Berlin-Friedrichshain.

No milk today

18 Feb

Berlin ist ein wahres Allergikerparadies. Hier gibt es Abgase statt Pollen und auch Lebensmittelempfindliche müssen in der Hauptstadt auf nichts verzichten. Zahlreiche Restaurants und Cafés haben sich mit Zivilisationskrankheiten wie Laktoseintoleranz perfekt arrangiert und bieten nun milcheiweiß- oder glutenfreie Köstlichkeiten an.

Im Vöner beispielsweise kann man das inoffizielle Lokalgericht Döner ganz ohne Fleisch und Milchprodukte genießen. Verwendet werden dafür biologisch angebaute Zutaten.  Statt Sauce aus der Tube gibt es Tahin oder Tomaten-Chili. Die Pommes  stammen vom anthroposophischen Demeter-Hof. Und auch wenn die Bionade nun Dr. Oetker gehört, so kommt sie hier immer noch gerne auf den Tisch. Alles bio, vegetarisch oder vegan und von waschechten Wagenburgern serviert. Und darüber hinaus auch noch wirklich  lecker.

Nur Vöner macht schöner. Döner macht doof.

Maja’s Deli hingegen bietet noch ein wenig mehr Varianz. Hier wechseln die Gerichte täglich von Dinkelenchiladas über Chili sin carne bis hin zu würzigen veganen Currys. Zum Nachtisch gibt’s selbstgebackene Kuchen, Muffins oder auch Eis. Preislich orientieren sich die Speisen am umliegenden Mittagstisch-Angebot. Geschmacklich sind sie bisweilen durchaus raffiniert.

Wem nicht Milchprodukte, sondern Weizenmehl Probleme bereitet, der muss im Simela nicht auf Pizza verzichten. Angeboten werden hier Weizen-, Dinkel-  wie auch Buchweizenpizzen mit fettem Belag. Gegessen werden kann vor Ort im stylishen Ambiente, Mitnehmen geht aber auch. Der einzige Wermutstropfen dabei ist der Preis. Der ist auch für frische und hochwertig belegte Pizza zu hoch und macht das Pizzaschlemmen für Glutenallergiker leider eher zur Ausnahme als zur Regel.

Zuletzt sei noch ein Brunch erwähnt, an dem Milcheiweißallergiker ihre Freude haben könnten. Im Café Morgenrot, einer kollektiv betriebenen trashig-charmanten Butze, wird freitags, samstags und sonntags ab 11 Uhr ein vegetarisch-veganer Brunch aufgetischt. Jeder zahlt so viel er mag und das Angebot ist gar nicht schlecht.  Leider scheint der vegetarisch-vegane Brunch wohl konkurrenzlos in der Stadt zu sein, weswegen es gerade an Sonntagen oft brechend voll ist. Das kann dann leicht nerven. Aber Schlange stehen gehört eben zum Kommunismus dazu…

Adressen:

Vöner, Boxhagener Straße 56, 10245 Berlin-Friedrichshain, geöffnet Mo-Do 12-23 Uhr, Fr-Sa 12-0:00 Uhr und So von 12-23 Uhr.

Maja’s Deli, Pappelallee 11, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg, geöffnet nach Lust und Laune.

Simela, Kantstr. 146, 10623 Berlin-Charlottenburg, Mo-Sa 12-1Uhr und So 14-23 Uhr.

Café Morgenrot, Kastanienallee 85, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg, geöffnetDi-Do 12-1 Uhr, Fr-Sa 11-3 Uhr und So 11-1 Uhr. Montag ist Ruhetag.

Aquatische Fußpflege

14 Feb

Füße.

Eigentlich nichts, worüber ich gerne schreibe. Man kann sie nicht essen, meist auch nicht riechen. Ein Fest für die Augen sind in der Regel nicht. Im Prenzlauer Berg allerdings sind Füße derzeit en vogue. Dort gibt es z.B. das Fußbadcafé, das zum Entspannen einlädt, und seit einiger Zeit auch den Fußfetifisch.

Hinterm Ladenfenster hat der ein paar Becken mit Garra Rufa zu stehen. Das sind hautfressende Fische aus der Türkei, die wirksam gegen Akne, Fußpilz oder Neurodermitis eingesetzt werden. Klingt gruselig, ist aber nur halb so wild. Die stummen Fußpfleger sind nämlich selbst chronisch krank: Sie leiden unter ständigem Eiweißmangel und knabbern darum, was das Zeug hält. Das Ergebnis hängt sehr von der Anzahl der verwendeten Fische und ihrer Größe ab. Im Fußfetifisch, Berlins erstem Fisch SPA, kann man dem neuen Trend einmal selber frönen und sich ein Urteil über diese Alternative zu Bimstein und Hirschtalgcreme bilden.

Vor der Behandlung werden die Füße zunächst gewaschen und desinfiziert. Danach wird man zu einem kniehohen Becken am Schaufenster geführt. Sehen und gesehen werden. Das passt zum Prenzlauer Berg. Ganz langsam taucht man die Füße ins Becken, in dem das Wasser warm ist und ein kleiner Schwarm darauf wartet, drauf loszuknabbern. Das kitzelt ein wenig, schnell hat man sich jedoch daran gewöhnt. Und schaut fasziniert dabei zu, wie die Tiere Hautschuppen schlemmen und davon nicht müde werden. Draußen drängen sich neugierige Passanten und schauen ebenfalls zu.

Der eine mag sich dabei fragen, was wohl der Tierschutz zum Fisch SPA so sagt. Alles in Ordnung, erklärt die junge Besitzerin des Fußfetifisch. Alle Becken entsprechen vorgegebenen Standards. Zwischen den Mahlzeiten erhalten die Fische darüber hinaus je eine Stunde Ruhezeit zum Verdauen. Ein anderer mag sich fragen, wie sich das anfühlt. Weh tut es jedenfalls nicht. Garra Rufa sind keine Blutegel, sondern ernähren sich von bereits toten Zellen. Was hingegen noch lebt und Schmerzen empfindet, ist für sie uninteressant. Wieder ein anderer mag sich fragen, ob man sein Geld nicht sinnvoller ausgeben kann. Aber ein Hauch Dekadenz für gut 15 Euro setzt dem Gewissen nicht wirklich zu. Zum Schmökern gibt’s schließlich die Gala, das lenkt von Finanzkrise und Hungersnot ab.

Wer die Fischpediküre probiert, sollte jedoch keine Wunder erwarten. Garra Rufa ersetzen weder Hobel noch Skalpell. So viel Kraft steckt in den Kauleisten der Tiere nicht. Gerade wer Hautkrankheiten hat, wird von der Behandlung nicht profitieren. Denn die deutschen Tierrechts- und Hygienebestimmungen schränken die Nahrungsgrundlage der Knabberfische erheblich ein. Akne, Neurodermitis und Fußpilz  sind daher tabu. Wer sich eine Heilbehandlung wünscht, sollte die Tiere zu Hause halten oder einen Türkeiurlaub buchen.

Einen Besuch im Fußfetifisch empfehle ich schließlich all jenen, die Lust auf eine neue, witzige Erfahrung haben oder nach einer originellen Geschenkidee suchen. Und natürlich auch denen, die gerne im Rampenlicht stehen. Denn zum Eyecatcher wird man hinter dem großen Schaufenster allemal.

Adressen:

Fußbadcafé, Zionskirchstraße 32, 10119 Berlin, geöffnet Mo-Sa 10-18 Uhr, Sa geschlossen.

Fußfetifisch, Danziger Straße 26, 10435 Berlin, geöffnet Mo-Sa 12-20 Uhr und nach Vereinbarung.

Eislochschwimmen für Anfänger

8 Feb

Dass Menschen bei kalten Temperaturen in warme Saunen gehen, verwundert nicht wirklich. Wenn die Finnen sich im Anschluss im Eisloch räkeln, sieht das recht merkwürdig, aber sehr cool aus. Die Softvariante zum Eislochschwimmen gibt’s in Berlin und zwar auf dem Arena Badeschiff. Das liegt inmitten der Spree und versprüht auch im Winter einen besonderen Charme.

Das Badeschiff, das im Sommer zum Sonnen und Schwimmen einlädt, hat auch im Winter geöffnet. Allerdings derzeit mit „Häubchen“. Bei -14 Grad kann man  im provisorisch überdachten und beheizten Sauna-Bereich schwitzen und relaxen.  Zum Beispiel am Wochenende zum günstigen Tarif im Rahmen der Mitternachtssauna. Warm wird es unter dem „Häubchen“ nicht wirklich und nur ganz Mutige wagen sich in den nur teilweise überdachten Pool.

Schwimmt man im Pool in den Außenbereich, dann treiben links und rechts im Spreewasser Eisschollen.  Fast wie im Eisloch fühlt man sich dann. Vor einem ragen die Treptowers und der Molecule Man auf.  Ein sehr schöner Anblick. Weniger Mutige bleiben hingegen unter dem provisorischen Schutzzelt und mummeln sich auf ihren Schaukelliegen in Decken. Denn für zweistellige Minusgrade ist die Bedachung nicht konzipiert. Aber Berlin wäre eben nicht Berlin, wenn man dort nicht in der Sauna fröre. Arm, feucht und kalt – und gleichzeitig sooo sexy.

Der Blick über die Spree am Abend ist schön.  Das Winterbadeschiff ist hip und originell, einen formvollendeten Wellnesstag verbringt man hier allerdings nicht. Das Ambiente erinnert an Ferienlager und Badeanstalt. Wer herkommt, geht anschließend feiern und freut sich auf fröhliches Plaudern in  finnischer Sauna. Darin sitzen Friedrichshainer und Touristen, der stressige Alltag des Topmanagers hat hier keinen Platz.

Für die Mitternachtssauna zahlt man von 23-2 Uhr 9 Euro pro Nase. Getränke und Snacks gibt es zu moderaten Preisen. Handtücher & Co  können geliehen werden. Ein Bademantel und Schläppchen sind empfehlenswert, zumal zwischen Umkleide und Badeschiff eine kurze Wegstrecke  im Freien zurückgelegt werden muss.

Adresse:

Arena Badeschiff, Eichenstr. 4, 12435 Berlin-Treptow, geöffnet Mo 12–22 Uhr/22–03 Uhr Herren-Saunen, Di 12–24 Uhr, Mi 14–24 Uhr/10–14 Uhr Damen-Saunen, Do 12–24 Uhr, Fr 12–03 Uhr, Sa 14–03 Uhr/10–14 Uhr Damen-Saunen und So und an Feiertagen 10–24 Uhr.

Tadschikisches Teetrinken

4 Feb

Tee trinkt man auf der ganzen Welt. Ob Schwarz, Rot oder Grün –  Tee trinken heißt die Zeit vergessen. Mit diesem Slogan wirbt die Tadschikische Teestube im Theater im Palais und lädt damit Besucher zum ausgelassenen Verweilen auf bunten Kissen an gemütlichen Holztischen ein. Ob das authentisch und stilecht Tadschikisch ist, kann ich nicht beurteilen. Schön ist es allemal.

Vor dem Betreten der Teestube wird man zunächst gebeten, die Schuhe auszuziehen.  Träger löchriger Socken und stinkiger Quanten machen beschämt wieder kehrt. Alle anderen warten in der Schlange auf ein paar freie Plätze oder sind erleichtert, vorab reserviert zu haben. Denn der Andrang ist groß, die Reiseführer versprechen Großes. Und wirklich, das Teetrinken wird in der Teestube durchaus zum Erlebnis.

Starker Schwarztee für schlaflose Nächte

Bestellen kann man zum Beispiel die Teezeremonie für Zwei. Ein Samowar mit  schwarzen Tee wird daraufhin an den Tisch gebracht. Dazu werden Marmelade, Orangeat und Citronat sowie Rumrosinen, Zucker und Fondant gereicht. Auch eine Schale mit Keksen und zwei Moskovskaya dürfen nicht fehlen – zur Geschmacksneutralisation, versteht sich. Für die kommenden zwei Stunden ist man dann für knapp 15 Euro mit Teetrinken und Welt-Vergessen beschäftigt.

Damit sich das Beschwipstsein durch Rum-Rosinen und Moskovskaya in Grenzen hält, lohnt es sich, vorab einen warmen Snack zu bestellen. Angeboten werden typisch russische Gerichte wie etwa Pelmeni, Wareniki oder Blini. Ich wählte die hausgemachte Borschtsch mit einem großen Kleks Sahne. Aber auch die Piroggen mit Krautfüllung klangen gut.  Und der russische Rauchtee steht fürs nächste Mal unbedingt auf dem Programm. Die Entscheidung fällt also nicht leicht, aber sie fällt auf jeden Fall auf den Tee.

Denn das umfangreiche Sortiment an russischen, chinesischen und japanischen Tees bildet mit Abstand das Highlight der Teestube. Klar, etwas überteuert sind die Getränke schon. „Schuld“ daran dürften die Touristenhorden sein, die mittlerweile in die Teestube einfallen. An eiskalten Tagen wie dem heutigen hielt sich der Ansturm jedoch in Grenzen. Eine Reservierung würde ich allerdings jedem empfehlen. Denn wer beim Tee die Zeit vergisst, der sitzt eben auch mal ein paar Stunden vorm Samowar und sinniert über das Leben. Und wer dann spontan kommt, den bestraft ebensolches.

Adresse:

Tadschikische Teestube im Theater im Palais, Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin-Mitte, geöffnet Mo-Fr 17-24 Uhr und Sa-So 15-24 Uhr.

ACHTUNG: Die Teestube ist umgezogen. Neue Adresse: Oranienburger Straße 27, 10117 Berlin-Mitte, geöffnet Mo-Fr 16-23 Uhr und Sa-So 12-23 Uhr.