Archiv | Dezember, 2013

Eine unglaubliche Summe.

27 Dez

Es war ja nur noch eine Frage der Zeit, wann auch in Berlin ein Katzencafé eröffnen würde. Über den Wiener Vorläufer konnte man ja schon allerhand in den Zeitungen lesen. Der wiederum hat sich von den japanischen Einrichtungen inspirieren lassen, in denen Menschen aus beengten, haustierlosen Verhältnissen die Chance haben, mit Katzen zu spielen, sie zu streicheln und zu füttern. Ein netter Zeitvertreib, für den man im dichtbesiedelten Kaiserreich bisweilen auch Eintritt verlangt. Doch was in Japan klappt, muss hierzulande ja lange noch nicht erfolgreich sein, oder? Man denke da nur an die kalten japanischen Crepes mit quietschbunter Füllung, die ganz schnell wieder verschwunden sind…Aber Berliner experimentieren ja gern.

Als Katzenfan hat es mich sehr gefreut, dass nun auch durch ein Berliner Café die Fellnasen tigern: Pee Pees Katzencafé hat nun schon seit einigen Monaten geöffnet und  beherbergt zwei Katzen – Pelle und Caruso. Und eines zeichnet sich deutlich ab: Der Laden erfreut sich größter Beliebtheit bei Jung und bei Alt. Familien, Rentner und StudentInnen gleichermaßen sitzen an den Tischen  im gemütlichen, wenn auch etwas katzenlastig eingerichteten Ambiente und schauen den beiden Stubentigern zu, wie sie um die Beine der Gäste schleichen und sich bisweilen auch kraulen lassen. Kinder bekommen da große Augen und Omis werden ganz wehmütig. Angesichts der schicken Katzenhölen, -kratzbäume und -schaukeln gerät der gewöhnliche Tierhalter auch ganz schön ins Staunen. An Wochenenden und Feiertagen ist wegen des großen Andrangs eine Tischreservierung ratsam.

Kater Caruso leistet Gesellschaft (Quelle: Augsburger Allgemeine)

Und wie schmeckt’s im Café mit den Katzen? Ein Blick  in die Kuchenvitrine schürt jedenfalls große Erwartungen! Der Karte vorgeheftet ist eine Info, welche die Regeln zum Umgang mit Katzen enthält. Damit auch ja keiner meint, Katzen würden mit Vorliebe am Schwanz gezogen und mit Blitzlicht fotografiert werden! Das angebotene Menu ist nicht gerade riesig, beinhaltet jedoch eine stets wechselnde Auswahl an Torten sowie die Katze im Sack. Gemeint ist eine Teigspeise, die wahlweise süß oder herzhaft daherkommt und mit etwas Fantasie auch als Säckchen zu identifizieren ist. Dazu gibt es Tee und Kaffee in zuckersüßen Keramikbechern, die selbstverständlich ein Katzenmotiv ziert. Hergestellt werden diese von Hand an der Ostsee und können gegen teures Geld auch erworben werden.

Auch wenn das Café kulinarisch kein Überflieger ist und ein Besuch wegen der Katzen allein für manch einen enttäuschend sein könnte (schließlich wollen Katzen nicht immer nur spielen!), so ist das Zusammenspiel aus gemütlichem Kaffeeschlürfen und der Gegenwart der Katzen ganz groß. Während ich im Wiener Café Neko doch arg enttäuscht von der sterilen Einrichtung und den einfallslosen Speisen war, lässt es sich in PeePee’s Katzencafé gut und gerne ein paar Stunden aushalten. Allein, zu zweit oder mit der ganzen Familie.  Denn ein Café und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (jedenfalls frei nach Ernest Hemingway…).

Adresse:

Pee Pees Katzencafé, Thomasstr. 53, 12053 Berlin-Neukölln, geöffnet Di-Fr 11:00 – 19:00,  Sa 12:00 – 20:00 und So. 12:00 – 19:00.

Einfach und gut.

25 Dez

Knapp verpasst ist doch vorbei: Angeblich soll Moabit den Wedding im Rennen um den next big Kiez ausgestochen haben. Schade eigentlich, denn schaut man sich an, was seit geraumer Zeit im Sprengelkiez so aus dem Boden schießt, dann dürfte es sich zumindest kulinarisch immerhin um ein Kopf-an-Kopf-Rennen handeln. Denk‘ doch mal, im Wedding gibt’s jetzt sogar Koreanisch! Ganz klein, aber dafür richtig gut.

Auf der Tegeler Straße befindet sich in einem winzigen Kellerladen ein koreanisches Bistro mit Namen Shikgoo. Der Laden ist winzig und doch haben die Besitzer es doch irgendwie geschafft, neben den bodennahen asiatischen Sitzgruppen einen kleinen Lebensmittelvorrat zum Kauf anzubieten: Seetang- und Krabbenchips, Banana Pancakes und ähnliche Snacks für Fernwehkranke und Probierfreudige. Zum Einkaufen dürften jedoch die wenigsten den Laden betreten. So verlockt  der aus der Küche strömende Duft vielmehr zum Verweilen, zumindest mal bei einer Tasse Tee. Denn Teespezialitäten werden eine ganze Reihe angeboten, ebenso wie typisch koreanische Küche, die es sich zu probieren lohnt. Zugegeben, selbige hat ja den Ruf, ein wenig geschmacksärmer als andere Vertreterinnen des asiatischen Raumes zu sein. Einige landestypische Gerichte lassen mir jedoch das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Mandu gefällig?

Mandu gefällig?

Auf der Karte des Shikgoo stehen zum Beispiel Mandu. Das sind mit Fleisch gefüllt Teigtaschen, ähnlich wie italienische Tortellini oder türkische Manti. Gebraten als Snack für zwischendurch oder als Suppe für moderate 7,50 Euro. Dazu bekommt man einen hübsch angerichteten Vorspeisenteller, der im Preis inbegriffen ist und folgendes aufweist: Ein Hauch von Salat, lecker gewürztes Kimchi (milchsäuregegorenes Kohlgemüse) und angebratenen Tofu in Sojasauce. Alternativ gibt es noch weitere Klassiker wie etwa Bibimbap (Gemüsereis mit Ei) und Nachspeisen. Die Kombination aus Vorspeise und Hauptgang macht definitiv satt. Ein Tässchen grünen Tee und ein Schwätzchen mit dem Koch machen den Besuch dann rund. Für mich steht fest: Ins Shikgoo komm ich sicher wieder.

Adresse:

Shikgoo, Tegeler Straße 27, 13353 Berlin, geöffnet Mo – Sa: 12:00 – 22:00 (Küche geöffnet bis 21 Uhr).

Totally Thai

25 Dez

Thai Currys sind gesund. Knackiges Gemüse, würzige Schärfe und cremige Kokosmilch sorgen für den ultimativen Gaumenkitzel in Rot, Grün oder Gelb. Und weils auch vegetarisch so lecker mit Tofu schmeckt, futtere ich mich schon seit Monaten durch die Thaiküchen Berlins. Dabei habe ich zwei Lokalitäten entdeckt, die ich wärmstens empfehlen würde:

Die erste dürfte den meisten bekannt sein: Das Papaya ist eine sich durch einige Bezirke Berlins fädelnde Kette. Mein Favorit ist die Dependance auf der Kantstraße. Dort kommt das Curry im Topf und köchelt auf einem Stövchen. Der Schärfegrad liegt bei Mittel, kann aber auf Wunsch variiert werden. Vegetarische Varianten halten sich in Grenzen, Fleischesser hingegen haben die Qual der Wal. Und wer mal gar keine Lust auf ein Curry hat, der kann frisches Gemüse, Tofu und Neuhlandfleisch auch angebraten in schmackhaften Kreationen genießen. Eine Reihe von Vorspeisen runden das Ganze ab und wenn einer auf Thai Snacks und Süßspeisen vor dem heimischen Fernseher steht, dann kann er diese auch für Zuhause erwerben.  Vom Ambiente her ist das Lokal schlicht, aber freundlich eingerichtet. Etwas schicker ist der Ableger in Schöneberg, dafür steigt hier allerdings auch das Preisniveau. Falls Interesse für Hochzeiten oder Empfänge mit Thaihäppchen besteht: Neben dem Restaurantbetrieb wird auch gecatert.

Rotes Curry aufm Stövchen

Rotes Curry aufm Stövchen

Weniger zentral, dafür geschmacklich on top ist das Good Time in Zehlendorf. Direkt am S-Bahnhof gelegen kann man hier neben thailändischen Currys auch noch indonesische Speisen wie Gado Gado probieren. Die Preise sind hoch, weshalb das Mittagsangebot zu beachten ist: Für etwa 10 Euro bekommt man neben einem Hauptgang auch noch eine Vorspeise serviert: etwa ein knackiger Salat mit Mango Dressing oder eine krossgebackene Frühlingsrolle mit schickem Dekor. Auch die sonst hochpreisigen Fruchtcocktails erhält man um die Mittagszeit reduziert: Der Goodtime Flip, bestehend aus Orange, Mango und Honigmelone landet als wahres Kunstwerk auf dem Tisch und mundet vorzüglich. Eine zweite Goodtime Filiale befindet sich in Mitte, ausprobiert habe ich sie aber noch nicht.

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Vorspeise mit Goodtime Flip

Adressen:

Papaya, Kantstraße 122, 10625 Berlin-Charlottenburg, geöffnet täglich von 12 bis 23 Uhr.

Goodtime, Teltower Damm 46, 14167 Berlin, geöffnet täglich von 12 bis 24 Uhr.