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Gewissenhaft gebruncht

7 Aug

Auch wenn Brunchen in Berlin mittlerweile nur noch mit Voranmeldung geht und Spontaneität mit einem „Nächste Woche hamwa noch wat frei!“ quittiert wird, so liebe ich doch das stundenlange gemütliche Beisammensitzen vor einer Riesenauswahl kalter und warmer Köstlichkeiten. Nur wenige Hauptstadtbrunches jedoch sind exquisit – zwei davon mag ich nun vorstellen. Und beide sind – welch Freude für bewusste Genießer! – vegan.

Meinen derzeitiger Lieblingsbrunch bietet zweifelsohne das Veganz. Ihr wisst schon, das vegane Foodstore aufm Prenzlauer Berg. Neben Kochkursen findet hier sonntäglich ein tierproduktefreier Brunch statt. Und zwar mit allem, was das Feinschmeckerherz begehrt: Leckere Müslis zu diversen Pflanzenmilchsorten, rohköstliche Schnittchen, frische Salate mit pfiffigen Dressings und eine kleine, aber feine Auswahl an Nachspeisen. Das Angebot wechselt und Wasser wird gratis gereicht. Wer Lust auf Kaffee, Tee oder Saft hat, der kann sich im ebenfalls unter dem Dache des Veganz befindlichen Goodies ein passendes Getränk zubereiten lassen. Die Auswahl an Speisen ist wirklich sehr reichhaltig.

Gebruncht werden kann entweder im Zeitraum von 10-13 Uhr oder von 13 bis 16 Uhr. Eine Reservierung ist zu empfehlen. Einfach eine E-Mail ans Veganz schicken und auf die Bestätigung warten. Dann an der Kasse der Filiale für 14,90 Euro pro Person ein farbiges „All inclusive“-Bändchen abholen und schon darf losgefuttert werden. Aber Achtung – gebruncht werden kann nur im Prenzlauer Berg und nicht in der Friedrichshainer Dependance!

Während im Veganz ein wenig experimentiert wird, setzt das Kopp’s dagegen auf Altbekanntes. Gutbürgerliche Speisen werden hier aufgetischt – allerdings sämtlichst vegan. So wird etwa veganes Rührei angeboten zu tierproduktfreiem Kartoffelgratin und knackigen Salaten. Desserts wie Pfannkuchen mit Preiselbeeren runden das Ganze ab. Neben dem Brunch kann hier übrigens auch ganz konventionell a la Carte zu Mittag oder zu Abend gespeist werden – Erzählungen zufolge auf hohem Niveau.

Brunchen kann man im Kopp’s nicht nur sonntags, sondern auch samstags von 9:30 bis 16 Uhr.  Auch freitags findet ein kurzer, 45-minütiger  „Business-Brunch“ statt. Der Wochenend-Brunch kostet 12,50, wobei Getränke extra berechnet werden.

Sowohl das Veganz als auch das Kopp’s kann ich des Essens wegen uneingeschränkt empfehlen. Abstriche müssen lediglich beim Ambiente gemacht werden, denn so richtig gemütlich ist keines der beiden. Aber mit der passenden Begleitung kann man darüber doch getrost hinwegsehen.

Adressen:

Veganz, Schivelbeiner Straße 34, 10439 Berlin,  sonntags von 10 bis 13 Uhr und 13 bis 16 Uhr.

KOPPS Bar & Restaurant, Linienstraße 94, 10115 Berlin, samstags und sonntags 9:30 bis 16 Uhr.

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Eine unglaubliche Summe.

27 Dez

Es war ja nur noch eine Frage der Zeit, wann auch in Berlin ein Katzencafé eröffnen würde. Über den Wiener Vorläufer konnte man ja schon allerhand in den Zeitungen lesen. Der wiederum hat sich von den japanischen Einrichtungen inspirieren lassen, in denen Menschen aus beengten, haustierlosen Verhältnissen die Chance haben, mit Katzen zu spielen, sie zu streicheln und zu füttern. Ein netter Zeitvertreib, für den man im dichtbesiedelten Kaiserreich bisweilen auch Eintritt verlangt. Doch was in Japan klappt, muss hierzulande ja lange noch nicht erfolgreich sein, oder? Man denke da nur an die kalten japanischen Crepes mit quietschbunter Füllung, die ganz schnell wieder verschwunden sind…Aber Berliner experimentieren ja gern.

Als Katzenfan hat es mich sehr gefreut, dass nun auch durch ein Berliner Café die Fellnasen tigern: Pee Pees Katzencafé hat nun schon seit einigen Monaten geöffnet und  beherbergt zwei Katzen – Pelle und Caruso. Und eines zeichnet sich deutlich ab: Der Laden erfreut sich größter Beliebtheit bei Jung und bei Alt. Familien, Rentner und StudentInnen gleichermaßen sitzen an den Tischen  im gemütlichen, wenn auch etwas katzenlastig eingerichteten Ambiente und schauen den beiden Stubentigern zu, wie sie um die Beine der Gäste schleichen und sich bisweilen auch kraulen lassen. Kinder bekommen da große Augen und Omis werden ganz wehmütig. Angesichts der schicken Katzenhölen, -kratzbäume und -schaukeln gerät der gewöhnliche Tierhalter auch ganz schön ins Staunen. An Wochenenden und Feiertagen ist wegen des großen Andrangs eine Tischreservierung ratsam.

Kater Caruso leistet Gesellschaft (Quelle: Augsburger Allgemeine)

Und wie schmeckt’s im Café mit den Katzen? Ein Blick  in die Kuchenvitrine schürt jedenfalls große Erwartungen! Der Karte vorgeheftet ist eine Info, welche die Regeln zum Umgang mit Katzen enthält. Damit auch ja keiner meint, Katzen würden mit Vorliebe am Schwanz gezogen und mit Blitzlicht fotografiert werden! Das angebotene Menu ist nicht gerade riesig, beinhaltet jedoch eine stets wechselnde Auswahl an Torten sowie die Katze im Sack. Gemeint ist eine Teigspeise, die wahlweise süß oder herzhaft daherkommt und mit etwas Fantasie auch als Säckchen zu identifizieren ist. Dazu gibt es Tee und Kaffee in zuckersüßen Keramikbechern, die selbstverständlich ein Katzenmotiv ziert. Hergestellt werden diese von Hand an der Ostsee und können gegen teures Geld auch erworben werden.

Auch wenn das Café kulinarisch kein Überflieger ist und ein Besuch wegen der Katzen allein für manch einen enttäuschend sein könnte (schließlich wollen Katzen nicht immer nur spielen!), so ist das Zusammenspiel aus gemütlichem Kaffeeschlürfen und der Gegenwart der Katzen ganz groß. Während ich im Wiener Café Neko doch arg enttäuscht von der sterilen Einrichtung und den einfallslosen Speisen war, lässt es sich in PeePee’s Katzencafé gut und gerne ein paar Stunden aushalten. Allein, zu zweit oder mit der ganzen Familie.  Denn ein Café und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe (jedenfalls frei nach Ernest Hemingway…).

Adresse:

Pee Pees Katzencafé, Thomasstr. 53, 12053 Berlin-Neukölln, geöffnet Di-Fr 11:00 – 19:00,  Sa 12:00 – 20:00 und So. 12:00 – 19:00.

Einfach und gut.

25 Dez

Knapp verpasst ist doch vorbei: Angeblich soll Moabit den Wedding im Rennen um den next big Kiez ausgestochen haben. Schade eigentlich, denn schaut man sich an, was seit geraumer Zeit im Sprengelkiez so aus dem Boden schießt, dann dürfte es sich zumindest kulinarisch immerhin um ein Kopf-an-Kopf-Rennen handeln. Denk‘ doch mal, im Wedding gibt’s jetzt sogar Koreanisch! Ganz klein, aber dafür richtig gut.

Auf der Tegeler Straße befindet sich in einem winzigen Kellerladen ein koreanisches Bistro mit Namen Shikgoo. Der Laden ist winzig und doch haben die Besitzer es doch irgendwie geschafft, neben den bodennahen asiatischen Sitzgruppen einen kleinen Lebensmittelvorrat zum Kauf anzubieten: Seetang- und Krabbenchips, Banana Pancakes und ähnliche Snacks für Fernwehkranke und Probierfreudige. Zum Einkaufen dürften jedoch die wenigsten den Laden betreten. So verlockt  der aus der Küche strömende Duft vielmehr zum Verweilen, zumindest mal bei einer Tasse Tee. Denn Teespezialitäten werden eine ganze Reihe angeboten, ebenso wie typisch koreanische Küche, die es sich zu probieren lohnt. Zugegeben, selbige hat ja den Ruf, ein wenig geschmacksärmer als andere Vertreterinnen des asiatischen Raumes zu sein. Einige landestypische Gerichte lassen mir jedoch das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Mandu gefällig?

Mandu gefällig?

Auf der Karte des Shikgoo stehen zum Beispiel Mandu. Das sind mit Fleisch gefüllt Teigtaschen, ähnlich wie italienische Tortellini oder türkische Manti. Gebraten als Snack für zwischendurch oder als Suppe für moderate 7,50 Euro. Dazu bekommt man einen hübsch angerichteten Vorspeisenteller, der im Preis inbegriffen ist und folgendes aufweist: Ein Hauch von Salat, lecker gewürztes Kimchi (milchsäuregegorenes Kohlgemüse) und angebratenen Tofu in Sojasauce. Alternativ gibt es noch weitere Klassiker wie etwa Bibimbap (Gemüsereis mit Ei) und Nachspeisen. Die Kombination aus Vorspeise und Hauptgang macht definitiv satt. Ein Tässchen grünen Tee und ein Schwätzchen mit dem Koch machen den Besuch dann rund. Für mich steht fest: Ins Shikgoo komm ich sicher wieder.

Adresse:

Shikgoo, Tegeler Straße 27, 13353 Berlin, geöffnet Mo – Sa: 12:00 – 22:00 (Küche geöffnet bis 21 Uhr).

Naschmarkt der Möglichkeiten

27 Feb

Achtung, Fastenalarm.

Ein paar Tage Diät sollte einlegen, wer am Sonntag, 3. Februar 2013 plant, den 7. Naschmarkt in der Kreuzberger Markthalle Neun zu besuchen. Dort gibt es alle paar Monate ein vielfältiges Angebot an Kuchen, Bonbons, Eiskrem und Schokolade.  Natürlich nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Probieren. (Anmerkung für Geizhälse: Allerdings fast ausschließlich gegen Bezahlung! Dafür – und das stimmt versöhnlich – zahlt man kein Eintrittsgeld.)

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Das mit dem Probieren funktioniert auch nicht lange, spürt man doch spätestens nach dem dritten Cupcake den Wunsch nach einer herzhaften Zwischenmahlzeit. Auch solche Angebote gibt es auf dem Naschmarkt, doch sind die rar gesät und schnell ausverkauft. Wer wirklich absahnen und sich im Anschluss nicht übergeben will, sollte die Törtchen, Marshmellows oder Macarons auf Vorrat kaufen und einfach nach Hause mitnehmen. Auch wenn es schwerfällt – man hat so einfach mehr vom Tag. Ich spreche da aus Erfahrung.

Viele der Naschmarkt-Anbieter catern, verfügen also über keinerlei Lokalität. Hier heißt es also zugreifen.  Andere, wie beispielsweise Tigertörtchen, Princess Cheesecake oder Oliva Schokoladen und Tartes findet man auch mit eigenen Laden in Mitte, Prenzlberg oder Friedrichshain. Zunehmend mehr Bio-Anbieter sind außerdem dabei, die optisch zwar nicht so viel hermachen, dafür aber mit hochwertigen Zutaten locken.

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Mein Fazit: Wer noch nicht dort war, sollte de Naschmarkt unbedingt mal besuchen.  Die Verkaufsfläche ist überschaubar und in der Regel sind die Anbieter  immer dieselben. Man weiß also, was man bekommt.

Adresse:

Olivia Schokoladen & Tartes, Wühlischstraße 30, 10245 Berlin, geöffnet

Princess Cheesecake, Tucholskystr. 37, 10117 Berlin, geöffnet

tigertörtchen, Spandauer Str. 25, 10178 Berlin, geöffnet

Türkisch für Fortgeschrittene

23 Feb

Wer in Berlin behauptet, gerne Türkisch zu essen, erntet oftmals nicht mehr als ein Schmunzeln. Geschabtes Gammelfleisch mit fettigen Saucen und altem Brot  ist  was für Futterproleten und mehr hat die türkische Küche doch nicht zu bieten. Aber denkste! Immer mehr türkische Restaurants und Cafés treten mit köstlichen Gerichten den Gegenbeweis an. Das geht mitunter ins Geld, lohnt sich in den folgenden Lokalitäten aber auch sehr:

Ganz ausgezeichnet schmeckt das Essen im Hadigari. Das liegt in Kreuzberg und bewirtet seine Gäste mit köstlichen Gerichten vom Holzkohlengrill. Die dauern und sind nicht billig, kommen aber immer mit einem leckeren frischen Vorspeisensalat und hausgebackenem Brot daher. Fleischliebhaber kommen im Hadigari voll auf ihre Kosten – aber auch Fischesser sollten unbedingt nach Tagesangeboten fragen. Hin und wieder wird Wildfangdorade aufgetischt und gemeinsam mit den in Olivenöl gebackenen Kartoffelecken schmeckt diese ganz wunderbar. Zum Nachtisch serviert der Küchenchef und Restaurantbesitzer Mustafa Yilmaz  diverse Nachspeisen. Unbedingt empfehlenswert ist die Künefe, eine türkische Süßigkeit bestehend aus Käse, Butter, Sirup und Fadennudeln serviert mit Kaymak, einer Art Schlagrahm. Zuckerschock nicht ausgeschlossen, daher am besten teilen!

Wer vom Süßen nicht genug bekommt, braucht nur die Straße überqueren und eines der reichhaltigen Dessert im LaFemme genießen. Ob Profiteroles, Baklava oder Sütlaç – das Frühstückscafé bietet ein nettes Ambiente mit sättigenden und günstigen Portionen.

Ein paar Meter weiter auf dem Kotbusser Damm befindet sich auch noch die Kernerösterei Çarik Kuruyemiş, die köstlichen Sandmokka anbietet und die türkische Variante der Folienkartoffel. Die mit Butter und Käse vermengte Kartoffel, auch Kumpir genannt,  kommt mit allerlei mayonaisehaltigen Salaten, Sucuk und eingelegtem Gemüse daher. Eine kalorienärmere Variante ist die mit Chilisalat, Kräuterquark und Oliven. Superlecker! Und das für läppische 3,90 Euro. Eine Dependance des Cafés befindet sich übrigens im Wedding.

Zu guter letzt mein absoluter Geheimtipp. Das Zehlendorfer YESS bringt zwar auch Döner auf den Tisch, allerdings wird der stilvoll und in ausgezeichneter Qualität serviert. Darüber hinaus locken jedoch vor allem kalte und warme Vorspeisenplatten, gefüllte Auberginen und hausgemachter Ayran. Den Tee oder Kaffee am Schluss gibt es auf Kosten des Hauses. Die nette Geste freut Gitte und Hans, die auf jeden Fall wiederkommen, wie auch die Geschäftsleute und feinschmeckenden Muselmanen, die das Restaurant in der Mittagszeit zuhauf aufsuchen. Ein geschmackliches Erlebnis, für das auch ein Abstecher nach Zehlendorf lohnt.

Adressen:

Hadigari, Schönleinstr. 2, 10967 Berlin-Kreuzberg, geöffnet tägl. 13-2 Uhr.

LaFemme, Kottbusser Damm 77, 10967 Berlin, geöffnet Mo – Fr 6 bis 21 Uhr und
Sa – So 6 bis 20 Uhr.

Çarik Kuruyemiş, Kottbusser Damm 73, 10967 Berlin.

Yess, Teltower Damm, 14169 Zehlendorf.

Samstags, wenn Markt ist…

27 Feb

… dann zieht’s alle Welt auf den Winterfeldt-Platz. Jung und Alt drängen sich an Obst-, Gemüse- und Feinkosthändlern vorbei – nicht ohne das eine oder andere angebotene Häppchen zu probieren. Sie verweilen an Ständen, die Handgestricktes und Holzspielzeug verkaufen und genießen anschließend ihr Schlemmerpäuschen mit Lammbratwurst, Tiramisu oder Flammkuchen.

Über den Winterfeldt-Markt schlendern macht Spaß – und hat mich zum schnuckligsten Schokoladenstand der Stadt geführt. Pralinen mit Würze nennen die netten Verkäufer selbstgefertigter Köstlichkeiten ihre Kreationen. Die sind alles andere als 08/15:  Matcha-Tee, Lavendel, Rose und mehr werden mit besten Tröpfchen zu kleinen Geschmacksfeuerwerken verfeinert, die auf der Zunge zergehen.

Da sind sie, unter der Haube...

Die schokoladigen Seelenschmeichler sind  einzeln oder in der Pralinenstange erhältlich. Die lässt sich prima verschenken, sollte jedoch nicht auf Vorrat gekauft werden. Denn bei den Pralinen mit Würze handelt es sich um Frischpralinen, die am leckersten beim Verzehr vor Ort schmecken. Süßmäuler, die auch an Werktagen die reichhaltigen Pralinen genießen möchten, finden die abgepackten Pralinenstangen  in einer nahegelegenen Buchhandlung zum Verkauf. Deren Name ist mir leider entfallen. Die netten Verkäufer auf dem Wintefeldt-Markt helfen euch aber garantiert gern auf die Sprünge.

Dick machen die Pralinen übrigens nicht. Wer 2 Euro pro Stück bezahlt, kommt überhaupt nicht erst auf die Idee, zu hamstern. 😉

Adresse:

Winterfeldt Markt, Winterfeldt-Platz, 10781 Berlin, geöffnet mi von 8-14 Uhr und Sa 8-16 Uhr.

Orientalische Alternative zum Winter

20 Feb

Der gemeine Sonntags-Brunch in Berlin: Entweder greift man dafür ganz tief in die Tasche oder man geht  Kompromisse ein. Immerhin sind die Charcuterie-Spezialitäten im Ritz-Carlton fast einen halben Tunesien-Urlaub Wert. Wem das für ein spätes Frühstück übertrieben erscheint, dem bleibt leider nur die günstige Konkurrenz. Mit 8,50 Euro 12,50 Euro ist man im Prenzlberg dabei und kann so viele Tiefkühlkroketten und dänischen Mozzarella auf den Teller laden wie man möchte. Will man aber meistens gar nicht.

Zum Glück muss man nicht überall in Berlin so oll brunchen. Im Qadmous zum Beispiel stehen Qualität und Quantität durchaus nicht im Widerspruch zueinander. Das libanesische Restaurant am Friedrichshain bietet Köstlichkeiten aus der arabischen Welt – im Sommer gern auch mit Nargileh hinterher oder einem Tässchen arabischen Sandmokkas. Das Restaurant wird daher  gern von Arabern besucht und bietet auch  spontanen Gästen ohne Reservierung immer noch ein Plätzchen an.

Den Brunch gibt es das ganze Jahr über. Er beinhaltet verschiedene Mezze (Vorspeisen), aber auch warme Gerichte sowie Desserts. Vegetarier kommen mit Tabouleh, Hummus und Baba Ganoush (eine rauchige Auberginencreme)  auf ihre Kosten. Auch in Joghurt eingelegtes Gemüse und Teigtäschchen mit Käse, Zwiebeln oder Hack werden angeboten. Die Auswahl ist riesig und nimmt auch gegen Nachmittag gar nicht ab. Beim Nachtisch kann man zwischen Ris Bil Halib (Milchreis mit Rosenwasser), Schoko-Vanille-Pudding mit Keksboden und frischem Obst wählen.

Einst war der Brunch mit 8,50 Euro phänomenal günstig. Das muss dem Besitzer wohl aufgefallen sein, denn beim letzten Besuch zahlte ich stolze 13 Euro. Was für ein Preisaufschlag! Sicherlich angemessen für die Qualität und doch hinterlässt ein so krasser Preisanstieg ein komisches Gefühl. Irgendwie schade… Aber –  Qadmous bleibt mein ungeschlagener Brunch-Favorit. Heißt, ich werde wiederkommen. Denn Käse und Wurst aus der Packung gibt’s auch Zuhause.

Adresse:

Qadmous, Am Friedrichshain 1, 10407 Berlin-Friedrichshain.