Tag Archives: Fusion Food

Koriander gegen Winterblues

10 Jan

Schieb‘ ich den Vorhang beiseite, erwartet mich regennasser Asphalt – seufz! Ich vermisse den richtigen Winter. Wenn die Tannen ihr Schneekleid tragen.  Die milde Variante hingegen ist doof. Denn dunkel bleibt dunkel und Schnee ist immerhin weiß. Und schon beinahe sowas wie  Sommer, Sonne, Exotik.

Letzteres bietet Berlin zum Glück immer. Zumindest in kulinarischer Hinsicht. Da locken die zahlreichen Asiaten mit würzigen Speisen, scharfem Ingwer und süßen Früchten. Mein Highlight an grauen Tagen ist Glasnudelsalat. Denn Zitronengras beruhigt, Koriander macht satt und Chili wärmt von innen. Meine Lieblingsvietnamesen verstehen sich auf diese Kombination ganz ausgezeichnet. Sie rühren für den Salat ein Zucker-Limetten Gemisch an, fügen  gebratenes Tofu hinzu, streuen Chili mit ein und garnieren ihre Kreation dann mit ein paar Erdnüssen. So entsteht ein simples und leckeres Gericht.

Einen sehr frischen Glasnudelsalat bekommt man im Monsieur Vuong. Der Laden ist immer proppenvoll und dafür zahlt man auch gleich ein paar Euro mehr. Wenn man zum Glasnudelsalat noch einen Himbeersmoothie bestellt, fühlt man sich anschließend zu jedem Abenteuer bereit. Der Salat ist zwar nahrhaft, stopft jedoch nicht. Die ideale Mahlzeit für Figur- und Gesundheitsbewusste. Oder  solche, die nach dem Essen nicht todmüde ins Bett fallen möchten.

Eingelegte Fascinosa schmücken die Wände des Cô Cô - bánh mì deli

Lecker und etwas günstiger ist der Salat im Sytu. Der Laden befindet sich auf der Prenzlauer Allee und wird mittags von den Nerds der umliegenden Start Ups bevölkert. Das Essen ist gut und die Bedienung sehr freundlich. Nicht zu verwechseln allerdings mit dem Imbiss nebenan. Der wird zwar ebenfalls gut besucht, allerdings nur, wenn im Sytu kein Platz mehr frei ist. Ein Ingwertee mit Honig zum Glasnudelsalat und schon kann es draußen in Strömen Regen. Drinnen bleibt’s warm und freundlich.

Auch Fam. Dang am Rosenthaler Platz serviert den vietnamesischen Klassiker. Mich beschleicht das Gefühl, das ist Kochen für Dummies. Denn dieses Gericht schmeckt – wenn es auf der Karte steht-  nahezu überall gleich. Es ist simpel und  gleichzeitig lecker.  Das Fam. Dang besticht jedenfalls durch die quadratische Bar in der Mitte des Raumes. Macht sich sehr schön und lädt zum ausgiebigen Verweilen ein. Eine weitere Dependance findet sich in Moabit.

Die Fusion Food Variante des vietnamesischen Salatklassikers gibt’s schließlich im Cô Cô – bánh mì deli auf Baguette. Nette Idee und schlecht schmeckt es nicht. Mit 4,50 Euro pro Baguette allerdings auch ein stolzer Preis und eher was für Eilige. Denn wer zum gleichen Preis einen Salat für die Seele bekommen kann, verzichtet doch gerne auf  ein labriges Stück Weißbrot.

Adressen:

Monsieur Vuong, Alte Schönhauser Str. 46,  10119 Berlin-Mitte, geöffnet täglich von 12-24 Uhr.

Sytu, Prenzlauer Allee 226, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg, geöffnet Mo-Fr 11:30-23:30 Uhr und Sa-So 12-24 Uhr.

Fam Dang, Torstr. 125, 10119 Berlin-Mitte, geöffnet täglich 12-24 Uhr.

Cô Cô – bánh mì deli, Rosenthaler Str.2, 10119 Berlin-Mitte, Mo-Do und So 11-22 Uhr und Fr-Sa 11-24 Uhr.

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Belegte Brötchen für Feinschmecker

19 Dez

Es muss mittags ja nicht immer was Großes sein. Satt macht auch mal ein belegtes Brötchen. Am liebsten keines mit Margarine und Aufschnitt, sondern eines mit Rucola, Parmaschinken und Pesto. Oder Büffelmozzarella, getrockneten Tomaten und Avocado. Oder doch lieber Radicchio und Gorgonzola? Was auch immer das Herz begehrt: Die Paninoteca verkauft Focacce und Ciabatte für jeden Geschmack.

Der kleine Laden am Oranienburger Tor offeriert neben belegten italienischen Brotklassikern, die allesamt nach Opernhelden und -heldinnen benannt sind, auch Salate, Gratins und Quiches. Besonders lecker und sättigend ist das mit dem Gratin des Tages (Lauch, Mangold o.ä.) belegte Focaccia. Angeboten werden neben den belegten Broten auch selbstgebackene Kuchen und original-italienische Süßigkeiten für zwischendurch. Die Speisen sind allesamt selbst gemacht und überzeugen durch hohe Qualität. Der Preis bleibt dabei im Rahmen.

Vormittags, wenn die Futtermeute noch nicht eingefallen ist

Um die Mittagszeit herum ist die Paninoteca stets gut besucht. Es kann dann ein wenig eng werden. Wenn man sein Panino hingegen bereits am Vormittag holt, dann kann man den freundlichen Damen bei der Zubereitung zusehen und ggf. auch noch Wünsche äußern. Gegessen werden kann vor Ort an einem der Bartische  oder aber einfach unterwegs.

Wer der mediterranen Küche überdrüssig geworden ist und belegte Brötchen nach italienischer Art zum Gähnen langweilig findet, den überzeugt möglicherweise das Fusion Frühstück beim Cô Cô. Ebenfalls in Mitte gelegen, werden dort Baguettes mit vietnamesischen Zutaten wie Zitronengras und Koriander verkauft. Klingt lecker, habe ich aber noch nicht selber testen können, sondern im Nimmersatt Blog entdeckt.

Adressen:

Paninoteca, Friedrichstr. 128, 10117 Berlin-Mitte. geöffnet Mo-Fr 10-17 Uhr.

Cô Cô, Rosenthaler Str. 2, 10119 Berlin, Mitte, Mo-Do und So 11-22 Uhr und Fr-Sa 11-24 Uhr.

Bratapfel, Baumkuchen & Co auf Japanisch

9 Dez

Der Zufall führte mich heute ins Nazuna. Japanische Delikatessen und Süßigkeiten steht dort über der Tür. Das sprach mich sofort an und ich ging hinein. Die Auslage wirkte äußerst verlockend: Angeboten werden im Nazuna Bentoboxen mit wöchentlich wechselnden Inhalten sowie Snacks wie beispielsweise eingelegter Spinat oder Sojabohnen mit Algen für den kleinen Hunger. Neben den ausgewogenen Menüs stehen den Gästen eine Reihe selbstkreierter Süßspeisen zur Wahl.

Die Süßspeisen sind japanisch, muten aber der Jahreszeit entsprechend sehr weihnachtlich an. Echte Fusion Sweets eben.  So wird z.B. ein sehr leckerer Stollen nach japanischer Art verkauft. Ebenso Bratapfelkanten aus Gelee, Macha-Baumkuchen und selbstgegossene Lutscher, Pralinen und Schokoladen. Ich entschied mich für ein Stück Cheesecake mit Sojasauce und schwarzen Bohnen. Sehr ungewöhnlich beim ersten Bissen, aber beim letzten war ich dann definitiv angefixt und versucht, das Nougat-Mousse mit süßem Birnengelee und süßem Sojasaucen-Gelee zu bestellen und ein paar Macha-Trüffel für unterwegs mitzunehmen. Die Tofu-Himbeer Creme mit Aprikosen-Safran-Agar eignet sich übrigens auch für Milcheiweiß- oder Glutenallergiker.

Cheesecake mal anders

Das Preisniveau im Nazuna ist hoch, im Vergleich zu anderen nahgelegenen Törtchen-Läden wie Albrechts Patisserie oder der unschlagbaren Werkstatt der Süße möglicherweise auch etwas zu hoch. Für mein beschauliches Dessert habe ich 3 Euro bezahlt, ein kleiner Stollen kostet 7 Euro. Der Laden verkauft also definitiv keine Sattmacher, sondern Genießerstückchen von hoher Qualität, allesamt selbst gemacht und ein Fest für die Augen. Und mal ehrlich, in Japan wären die auch nicht günstiger.

Überhaupt zahlt man im Nazuna nicht nur für das Essen, sondern auch für den Service. Der ist überaus freundlich, informiert ausgiebig über die angebotenen Speisen und lässt einen auch mal probieren.  Gegessen werden kann vor Ort, allerdings gibt es nur zwei Tische. Ich habe mein Küchlein daher einpacken lassen. Dank stabilem Plastikbehältnis gelang dann auch noch ein schönes Foto.

Nazuna, Danziger Str. 65, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg, geöffnet Mo-Fr 12-20 Uhr und Sa 12-18 Uhr.

Albrechts Patisserie, Rykestr. 39, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg, geöffnet Mo-Fr 9-18 Uhr und Sa und So 10-18 Uhr.

Werkstatt der Süße, Husemannstr. 25, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg, geöffnet Di-So 10-18 Uhr.