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No milk today

18 Feb

Berlin ist ein wahres Allergikerparadies. Hier gibt es Abgase statt Pollen und auch Lebensmittelempfindliche müssen in der Hauptstadt auf nichts verzichten. Zahlreiche Restaurants und Cafés haben sich mit Zivilisationskrankheiten wie Laktoseintoleranz perfekt arrangiert und bieten nun milcheiweiß- oder glutenfreie Köstlichkeiten an.

Im Vöner beispielsweise kann man das inoffizielle Lokalgericht Döner ganz ohne Fleisch und Milchprodukte genießen. Verwendet werden dafür biologisch angebaute Zutaten.  Statt Sauce aus der Tube gibt es Tahin oder Tomaten-Chili. Die Pommes  stammen vom anthroposophischen Demeter-Hof. Und auch wenn die Bionade nun Dr. Oetker gehört, so kommt sie hier immer noch gerne auf den Tisch. Alles bio, vegetarisch oder vegan und von waschechten Wagenburgern serviert. Und darüber hinaus auch noch wirklich  lecker.

Nur Vöner macht schöner. Döner macht doof.

Maja’s Deli hingegen bietet noch ein wenig mehr Varianz. Hier wechseln die Gerichte täglich von Dinkelenchiladas über Chili sin carne bis hin zu würzigen veganen Currys. Zum Nachtisch gibt’s selbstgebackene Kuchen, Muffins oder auch Eis. Preislich orientieren sich die Speisen am umliegenden Mittagstisch-Angebot. Geschmacklich sind sie bisweilen durchaus raffiniert.

Wem nicht Milchprodukte, sondern Weizenmehl Probleme bereitet, der muss im Simela nicht auf Pizza verzichten. Angeboten werden hier Weizen-, Dinkel-  wie auch Buchweizenpizzen mit fettem Belag. Gegessen werden kann vor Ort im stylishen Ambiente, Mitnehmen geht aber auch. Der einzige Wermutstropfen dabei ist der Preis. Der ist auch für frische und hochwertig belegte Pizza zu hoch und macht das Pizzaschlemmen für Glutenallergiker leider eher zur Ausnahme als zur Regel.

Zuletzt sei noch ein Brunch erwähnt, an dem Milcheiweißallergiker ihre Freude haben könnten. Im Café Morgenrot, einer kollektiv betriebenen trashig-charmanten Butze, wird freitags, samstags und sonntags ab 11 Uhr ein vegetarisch-veganer Brunch aufgetischt. Jeder zahlt so viel er mag und das Angebot ist gar nicht schlecht.  Leider scheint der vegetarisch-vegane Brunch wohl konkurrenzlos in der Stadt zu sein, weswegen es gerade an Sonntagen oft brechend voll ist. Das kann dann leicht nerven. Aber Schlange stehen gehört eben zum Kommunismus dazu…

Adressen:

Vöner, Boxhagener Straße 56, 10245 Berlin-Friedrichshain, geöffnet Mo-Do 12-23 Uhr, Fr-Sa 12-0:00 Uhr und So von 12-23 Uhr.

Maja’s Deli, Pappelallee 11, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg, geöffnet nach Lust und Laune.

Simela, Kantstr. 146, 10623 Berlin-Charlottenburg, Mo-Sa 12-1Uhr und So 14-23 Uhr.

Café Morgenrot, Kastanienallee 85, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg, geöffnetDi-Do 12-1 Uhr, Fr-Sa 11-3 Uhr und So 11-1 Uhr. Montag ist Ruhetag.

L’inverno Avanza – Viva La Dolce Vita!

23 Jan

In Berlin wird die Pizza in der Regel vom Türken gebacken. Knusprig dünn, aber irgendwie auch nicht mehr. Original italienische Pizza, die lecker belegt und nicht zu trocken ist, findet man hingegen nur selten. Schließlich wird man im Prenzlberg fündig: ‚A magica backt Pizza nach römischer Art, d.h. mit sehr dünnem Teig und reichlich Belag. Sogar mit Pizzabäcker-Diplom. Klingt albern, hat aber schon den größten Kritiker überzeugt.

Denn der Laden ist am Abend immer brechend voll. Ganz schlicht ist er eingerichtet und verspricht nicht mehr, als er hält. Drin sitzen nicht nur Prenzlberger, sondern vor allem Italiener, die hier eine bessere Pizza genießen, als das in Italien oft möglich ist. Die Stimmung ist stets ausgelassen und der Lärmpegel hoch. Macht aber nichts, denn wer herkommt, ist in der Regel nicht allein, sondern freut sich auf einen gemütlichen Abend mit Freunden. Ganz ohne Eros Ramazzotti und Gianna Nannini.

Gewählt werden kann im ‚A magica zwischen klassischen und ausgefallenen Kreationen, wie etwa der Pizza Principe. Minzpesto, Kirschtomaten, Mozzarella, Auberginen und Pecorino. Ein fetttriefendes Gedicht! Lecker ist auch die Bufalina mit Büffelmozzarella. Auf Wunsch kann die Pizza nach persönlichem Gusto zusammengestellt werden, z.B. wildem Brokkoli oder Taleggio-Käse.  Kriegt man nicht überall und schmeckt alles unheimlich gut. Den krönenden Abschluss eines Abends im ‚A magica bildet dann das hausgemachte Tiramisu.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis im „A magica“ ist in Ordnung. Die Pizzen sind groß und reichlich belegt. Der Service ist locker, freundlich (und bisweilen sehr attraktiv :-). Ist eben eine Pizzeria und kein Restaurant. Wegen des starken Andrangs  sollten Tische vorab reserviert werden. Ansonsten können Pizzen auch mit nach Hause genommen werden. Dann kommt man jedoch nicht in den Genuss der Pizzaakrobatik.

Adresse:

‚A magica, Greifenhagener Str. 54, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg, geöffnet Mo-Fr 12-24 Uhr und Sa-So 16-24 Uhr.