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Kahvalti – Türkisches Frühstück

31 Dez

An trüben Tagen gibt es meistens kein Frühstück. Ein opulentes Morgenmahl ist hingegen schon ein Grund, für den sich das Aufstehen lohnt. Die schicken Berliner Kieze locken mit netten Cafés, in denen man ausgiebig frühstücken kann. Französisch, Englisch oder Skandinavisch – alles, was das Weltenbürgerherz begehrt –  nur ein gutes türkisches Frühstück konnte ich bislang nicht finden. Aber nicht schlimm. Dafür gibt’s im Wedding oder Kreuzkölln zahlreiche Läden, in denen man alle dafür notwendigen Zutaten bekommt. So zaubert man sich flugs sein eigenes Kahvalti.

Rund um den Gesundbrunnen z.B. findet man alles, was man fürs Kahvalti benötigt: Da gibt es die typischen Simit (Sesamkringel) und Fladenbrot. Außerdem bekommt man dort Kasar-Käse. Der wird, wenn er gut ist, aus Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt. Er schmeckt besonders intensiv, wenn man ihn vor dem Verzehr ein paar Tage in einer Marinade aus  Olivenöl, Kräutern und Chili einlagert. Das spart nicht gerade Kalorien, tut aber der Seele gut.  Unbedingt zum Kahvalti dazu gehören auch gute Oliven, z.b. milchsauer vergorene. Die sehen zwar etwas gewöhnungsbedürftig aus, schmecken dafür aber leicht säuerlich und viel aromatischer als die eingefärbten schwarzen.

Türkischer Mokka - typischerweise auf Sand gekocht

Süßmäulern könnte zum Weißbrot ein Belag aus Tahin und Pekmes schmecken. Das ist ein wenig vergleichbar mit der amerikanischen Kombination aus Peanutbutter & Jelly, aber sehr viel gesünder. Tahin ist eine aus Sesamöl gewonnene Creme, die oft auch im Bioladen vekauft wird. Den Traubensyrup Pekmes gibt es hingegen nur beim Türken.  Gut schmeckt dazu auch Cökelek, eine Art salziger Quark, den man wie Frischkäse aufs Brot auftragen kann. Leider bekommt man ihn nicht in jedem türkischen Laden.

Ein Frühstück wird dann erst königlich, wenn man es mit warmen Speisen kombiniert: Zum Beispiel in Öl angebratenen SucukWurstscheiben oder aber Menemen. Das ist eine Art Rührei, dem Eier, Tomaten, Paprika und Zwiebeln hinzugefügt werden. Gewürzt wird das Ganze kräftig mit Pfeffer. Auch Sucuk kann stückweise hinzu gefügt werden.

Wer frische Pfefferminze im Laden bekommt, kann zum Kahvalti selbstgemachten Minztee reichen. Ansonsten werden sich die Frühstückstgäste  über türkischen Mokka freuen. Am liebsten mit dem Gaskocher zubereitet und stark gesüßt. Das macht wach und sorgt für ein sonniges Gemüt auch im kältesten Winter.

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